Arbeitsmoral: Keiner hat gesagt, dass wir arbeiten sollen

“Keiner hat gesagt, dass wir ermitteln sollen!”, sprach der ältere Polizist. Seine junge Kollegin antwortete: “Es hat aber auch keiner gesagt, dass wir nicht ermitteln sollen!” Dieser kleine Dialog aus einem TV-Krimi inspiriert mich, um über Arbeitsmoral, Eigeninitiative und Motivation zu philosophieren. Was können wir aus diesem Dialog für uns lernen?

Arbeitsmoral: Auch sie will gepflegt sein
Arbeitsmoral: Auch sie will gepflegt sein ©Alexas_Fotos/Pixabay

 

 

 

 

 

 

 

 

Im TV-Fernsehfilm “Die Frau mit einem Schuh” drängt ein Fundstück dazu, ein Verbrechen zu vermuten. Deshalb will die jüngere Polizistin Ermittlungen anstellen. Doch der ältere Kollege sprach: “Keiner hat gesagt, dass wir ermitteln sollen!”. Die junge Kollegin antwortete: “Keiner hat gesagt, dass wir nicht ermitteln sollen!”. Was können wir aus diesem Dialog lernen? Welche Arbeitsmoral steckt hinter den Aussagen?

Dienst nach Vorschrift

Der ältere Kollege will nur dann ermitteln, wenn es von oben angeordnet wurde. Oft wird die Arbeitsmoral “Dienst nach Vorschrift” in Behörden, staatlichen Organisationen gelebt. Oft werden Mitarbeiter nur dann aktiv, wenn es eine Arbeitsanweisung gibt. Viele Mitarbeiter sind frustriert. Fast 20 % haben innerlich gekündigt und verursachen Millionenverluste bei den Unternehmen.

Wie entsteht diese Arbeitsmoral mit wenig Engagement, wenig Initiative und geringer Motivation? Sie entsteht, wenn Menschen in einer Umgebung leben, in denen Engagement, Initiative und Querdenken nicht gewünscht ist. Wenn jedes Individualität und Engagement nicht auf ein offenes Ohr und Willkommen ist.

Unternehmen und Organisationen unterdrücken dieses Potential. Denn sie befürchten Chaos, wenn sie den Mitarbeitern zu viel Freiheiten lassen.

Diese Arbeitsmoral und Unternehmenskultur findet man vor allem in den Behörden.

=> Von der Pyramide zum Netzwerk

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Potentialentfaltung und Motivation

Menschen wollen ihr Potential entfalten. Mitarbeiter wollen sich von Natur aus in ihrem Unternehmen einbringen mit ihren Ideen, ihrer Arbeitskraft, mit ihrem Potential. Wenn Mitarbeiter ständig ausgebremst werden in ihrer Initiative, werden sie frustriert, resigniert und kapitulieren. Dann ist es eine sehr gesunde Einstellung, nicht mehr weiter mit dem Kopf gegen die Wände der Unternehmenshierarchie zu rennen.

Einerseits ist diese Einstellung gesund. Andererseits kostet die Unterdrückung der eigenen Lebensenergie und des eigenen Potentials viel Kraft. Frust, Resignation und innere Kapitulation binden Energien. Es ist für die Psyche weniger anstrengend, eine gesunde Arbeitsmoral zu leben. Trotz Unterforderung kann das Mitarbeiter in den Burnout führen.

Wenn wir nicht so gewollt werden, wie wir sind, schmerzt es uns zutiefst. Zugehörigkeit ist sehr wichtig fürs menschliche Überleben. Deshalb entscheiden sich viele bewusst für Zugehörigkeit (Dienst nach Vorschrift) als für den freien Ausdruck ihrer Identität.

=> Hier geht’s zur Burnout-Prophylaxe für Mitarbeiter -Link folgt

Eigeninitiative und Sinn

Die jüngere Kollegin ist neugierig und engagiert. Obwohl es noch kein offiziellen Fall ist, will sie bereits jetzt Ermittlungen anstellen. Welche Bedürfnisse erfüllt sie sich dadurch? Welche Werte kann sie so verwirklichen?

Sinnhaftigkeit! Denn Menschen möchten sich an ihrem Arbeitsplatz und in ihrer Arbeit engagieren, Erfolge sehen. Sie möchten erleben, dass sie wirksam sind und etwas bewirken können. Wenn das gelingt, ist die Arbeitsmoral hoch. Nicht alle Menschen haben das Potential von Picasso, Steve Jobs oder einem Meister-Chirurgen. Doch alle haben alle Menschen haben das Bedürfnis nach Potentialentfaltung, Sinnhaftigkeit und Zugehörigkeit. Deshalb ermöglichen gesunde Unternehmen sowohl Zugehörigkeit als auch Individualität. Diese Unternehmenskultur wird von neuen Unternehmen verwirklicht.

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Coachingtipp:

Denke an Tätigkeiten in deinem beruflichen und privaten Alltag!

  1. Was tust du so gern, dass du es auch ohne Arbeitsanweisung/Zwang/Notwendigkeit tun würdest oder tust?
  2. Was würdest du sofort lassen, wenn du es keine/n Arbeitsanweisung/Zwang/Notwendigkeit geben würde?

Du kannst davon ausgehen, dass dich die Tätigkeiten aus Nr. 1 inspirieren. Versuche mehr davon, in deinen Alltag zu integrieren!

Tätigkeiten aus Nr. 2 sind Energieräuber. Vielleicht kannst du ja weniger davon machen! Wenn nicht, dann versuche sie, so  schön wie möglich zu gestalten. Zum Beispiel: Musik hören

Aber merke: Zu viel davon kann dich ernsthaft krank machen!

Brauchst Du Unterstützung? Hier geht’s zu meinen Angeboten für Privatpersonen.

 


 

Eine gesunde Unternehmenskultur, Arbeitsmoral, Motivation ist gar nicht so schwer!

Sind Sie Unternehmer oder Führungskraft und wollen eine gute Unternehmenskultur etablieren. Hier finden Sie meine  Angeboten für Organisationen.

Sind Sie interessiert? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf!

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Andrea Wiedel

Ich bin Juristin, Kommunikationstrainerin und Coach, Hobby-Neurobiologin, Möchte-Gern-Psychologin, Zuhörerin, Freigeist und Bücherwurm. Ich begleite Menschen bei der Überwindung von emotionalen Blockaden hin zu Potentialentfaltung. Unternehmen unterstütze ich bei der Entwicklung einer wertschätzenden Unternehmenskultur. Ich lebe mit meiner Tochter in Bayreuth.

2 Gedanken zu „Arbeitsmoral: Keiner hat gesagt, dass wir arbeiten sollen

  • 14. Juli 2018 um 10:41
    Permalink

    Danke für den Artikel, der unseren Alltag in all seinen Facetten beschreibt.

    Antwort
    • 15. Juli 2018 um 14:13
      Permalink

      Lieber Stephan, Danke für das Feedback und liebe Grüße nach Passau.

      Antwort

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