Carl Rogers: Empathie und der neue Mensch

Der neue Mensch und Empathie(c)rawpixel/Pixabay Der neue Mensch und Empathie

Empathie nach Carl Rogers: Carl Rogers hat mit seiner klientenzentrierten Psychotherapie die Basis für Empathie in vielen Bereichen gelegt. In seinem Buch “Der neue Mensch” zieht Rogers Resümee aus über 50 Jahren beruflicher Tätigkeit als Therapeut, Moderator und Dozent. Was bedeutet Empathie für den neuen Menschen? Wie stellt sich Rogers den neuen Menschen vor? Und wer war er selbst als Mensch?

Carl Rogers Überblick

Carl Rogers gilt als Begründer der klientenzentrierten Psychotherapie. Im Fachbuch “Der neue Mensch” zieht Rogers Resümee aus über 50 Jahren beruflicher Tätigkeit als Therapeut, Moderator und Dozent.

“Der neue Mensch” ist im Verlag Klett-Cotta im Jahr 2017 in 11. Auflage auf knapp 200 Seiten erschienen. Die Erstauflage der deutschen Erstausgabe war im Jahr 1981. Deshalb ist dieses Buch fast 40 Jahren auf dem deutschen Lese-Markt und quasi ein Longseller und Evergreen. Und immer noch hochaktuell.

Der neue Mensch: Aufbau und Inhalt

Carl Rogers sammelte 1980 auf Wunsch seines Verlegers veröffentlichen Aufsätze. Der erste Band ist “Die Person als Mittelpunkt der Wirklichkeit” (zur Rezension). Der zweite Band ist “Der neue Mensch”. Mit beiden Bänden hat die Leser Zugang zu allen  von Carl Rogers veröffentlichten Aufsätzen.

Inhalt von Carl Rogers: Der neue Mensch

Persönliche Erfahrungen und Perspektiven

  • Erfahrungen in Kommunikation
  • Alt werden oder: Älter werden und wachsen

Aspekte des personenzentrierten Ansatzes

  • Die Grundlagen des personenzentrierten Ansatzes
  • Der Aufbau personenzentrierter Gemeinwesen: Implikationen für die Zukunft
  • Sechs Vignetten

Der Prozess der Erziehung und seine Zukunft

  • Jenseits der Wasserscheide: Und wohin jetzt?
  • Lernerfahrungen in Großgruppen: Ihre Implikationen für die Zukunft
  • Blick in die Zukunft

Carl Rogers: ein Visionär und Optimist

Carl Rogers (1902-1987) gilt als der Begründer der klientenzentrierten Psychotherapie. In seinem Nachlass befinden sich zwei Bücher mit Aufsätzen, die Rogers zu unterschiedlichen Zeiten und zu verschiedenen Gelegenheiten geschrieben hat.

“Der neue Mensch” ist ein sehr persönliches Buch. Beim Lesen spürt man, dass Empathie, Wertschätzung und Echtheit für Rogers eine Herzensangelegenheit waren. Und man spürt, wie menschlich er selbst ist und welche Persönlichkeitsentwicklung er durch seine Arbeit erfahren durfte. “Ich bin jetzt eher bereit, andere körperlich zu berühren und mich berühren zu lassen”, schreibt er auf Seite 50.

Denn Carl Rogers schreibt über das Alter, mit allen seinen Herausforderungen: wie er seine Ehefrau beim Sterben begleitet hat, über Intimität und Sexualität und auch über das große Tabuthema unserer Zeit: Gedanken über den Tod. Obwohl Rogers zu Lebzeiten sehr erfolgreich war, spricht er von sich als einem fehlerhaften Menschen, der sich auch im Alter noch weiterentwickelt. Auch hält er andere für kompetenter als sich. Er war also sehr bescheiden.

Zuhören als Grundlage der Empathie

Empathie, Zuhören und Kommunikationserfahrungen haben auf Rogers wie auf andere eine wachstumsfördernde Wirkung (seite 19). Insbesondere ist Zuhören wichtig. Denn Hören hat Konsequenzen. Wenn Rogers einen Menschen und die Bedeutungen, die in diesem Augenblick für ihn wichtig sind, wirklich hört und wenn er ihm zu erkennen gibt, dass er diese Bedeutungen aufgenommen hat, dann geschehen viele Dinge: ein dankbarer Blick. Sie fühlt sich erlöst. Sie möchte mir mehr über ihre Welt erzählen. Sie fährt mit einem neuen Gefühl der Freiheit fort. Sie wird offener für den Prozess der Veränderung. (Seite 21) Aber auch auf den Therapeuten hat Zuhören eine persönlichkeitsverändernde Wirkung:

Wenn ich jemanden wirklich hören kann, komme ich in Kontakt mit ihm. Es bereichert mein Leben.

Carl Rogers über Zuhören und Empathie, Der neue Mensch Seite 19

Empathie und Einfühlungsvermögen wirken also nach zwei Seiten: für den, der Empathie empfängt und für den, der Empathie schenkt. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen mit dem Thema: emotionale Wunden heilen mit Tiefer Empathie. Auch ich fühle mich nach eine Empathie-Session bereichert und beschenkt.

Die Persönlichkeitsveränderung beschreibt ein Klient mit folgenden Worten:

Ich wage zu behaupten, dass es auch heute noch vielen Menschen so geht. Zuhören, Empathie und wirkliches, wertfreies Verstehen von Gefühlen und Bedürfnissen sind Wege zu einem erfüllten Leben. Dann fühlen wir uns bedingungslos und frei von jeder Leistungsfähigkeit geliebt. Im Empathie-Retreat kannst du lernen, Empathie zu geben und Empathie zu bekommen und so an deiner individuellen Persönlichkeit entwickeln.

Empathie in Rogers Konzept

Empathie, Wertschätzung und Echtheit sind die Grundpfeiler der klientenzentrierten Psychotherapie. Carl Rogers zeigt an vielen Beispielen, was Empathie für ihn bedeutet und welche Wirkungen Empathie bei Menschen haben kann. Was zeichnet Empathie aus? Was bedeutet Empathie? Was heißt Empathie? Die Gabe der Empathie haben alle Menschen. Es gilt sie zu wecken. Wer Empathie empfängt ist auch fähig, sie weiter zu geben.

Die Stärkung der Empathie erfolgt durch Empathie.

Wenn jemand erkennt, dass er in der Tiefe gehört wurde, füllen sich seine Augen mit Tränen.

Carl Rogers über Empathie, Der neue Mensch

Was bringt Empathie? Wie funktioniert Empathie? Diese Fragen beantwortet Carl Rogers auf Basis des von ihm entwickelten personenzentrierten Ansatzes:

Die Wirkungen der Empathie beruhen auf 2 Tendenzen:

  1. Selbstverwirklichungstendenz: Alles organische Leben will sich entfalten, wie zum Beispiel Kartoffeln, die im dunklen Keller zum Licht hin treiben.
  2. formative Tendenz des Universum als Ganzes: Auch das Universum als Ganzes will sich zum Ganzen hin entwickeln.

Deshalb wirkt auch die Empathie im Empathie-Retreat: menschen, die Empathie lernen und bedingungslose, positive Zuwendung erfahren, schälen sich aus den Begrenzungen heraus und entwickeln die in ihnen angelegten positiven, lebensbejahenden Eigenschaften.

Durch den personenzentrierten Ansatz können wir Empathie lernen und Empathie fördern.

Wie funktioniert Empathie? Warum Empathie wichtig ist?

Empathie ist die Voraussetzung zur Entwicklung eines neuen Selbstkonzepts. Denn es geht ums Fühlen und nicht ums Denken. Rogers sagt: “Es geht nicht um das unartikulierte Intellektualisieren, sondern um die neue Fähigkeit zu fühlen.

Carl Rogers über Zuhören und Empathie, Seite 117

Empathie unterstützt uns dabei, dass wir uns zu dem Menschen entwickeln, der wir wirklich sind. Wenn wir mit unseren Gedanken und Gefühlen angenommen werden, dann können wir uns selbst entwickeln. Wir hören auf, uns für das zu schämen, was unser inneres Selbst ist, das wir für nicht liebenswert halten und das wir deshalb oft vor anderen verbergen.

Denn viele Menschen haben ihre Gefühle abgespalten und leben so, wie andere es von ihnen erwarten.

Carl Rogers, Der neue Mensch

Empathie lernen am Beispiel Nancy

Das Beispiel Nancy ist ein gutes Beispiel, wie Empathie funktioniert. Es ist ein Beispiel aus dem Seminar von Carl Rogers.

Ein wichtiges Element, das Menschen in ihrer Isolierung eingeschlossen hält, ist die Überzeugung, dass ihr wahres Selbst – das innere Selbst, das Selbst, das sie vor anderen verbergen – etwas ist, das niemand lieben könnte

Carl Rogers, Seite 125

Ein gutes Lebensgefühl kommt von innen und ist von äußeren Quellen unabhängig.

Carl Rogers

Die Seminarteilnehmer handelten mit Empathie und Wertschätzung aufgrund des personenzentrierten Ansatzes. Sie versuchten Nancy zu verstehen. Sie äußerten wohlwollend Vermutungen, was Nancys starke Gefühle ausgelöst haben könnte. Doch alle empathischen Vermutungen lehnt Nancy ab.

Schließlich äußerte eine Teilnehmerin, indem sie jenseits aller Logik nur auf ihre Intuition vertraute: “Kann es sein, dass du eifersüchtig und neidisch bist, dass die xy eine so gute Beziehung zu ihrem Vater hat?”

Nancy bebte und brach in Tränen aus, weil die empathische Vermutung ins Schwarze getroffen hatte. So wirkt Empathie. Auch ich mache die Erfahrung, dass das wirkliche Gehört Fühlen sehr viel Emotionen frei setzen kann, die auf die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstliebe befreiend wirken.

Hinter Nancys Neid war eine Sehnsucht verborgen, nämlich die Sehnsucht selbst eine gute Beziehung zu ihrem Vater zu haben. Nancy hatte sich ihr Leben lang um eine gute Beziehung zu ihrem eigenen Vater bemüht, aber nie erreicht.

Die Gruppe bietet die emotionale Tragfähigkeit, dass Nancy ihrer Trauer darum Ausdruck geben konnte. Nancy wurde wegen ihrer starken, unsachlichen Emotionen (Vorwürfe, Neid) nicht verurteilt, sondern ermutigt, sie wohlwollend und ehrlich zu erforschen.

Ich kannte das Gefühl, gebraucht zu werden, zu lieben, ich habe mich tüchtig, wütend und alles mögliche andere gefühlt, bloß nicht schlicht und einfach geliebt.

Wie Zuhören und Empathie wirken, Seite 31

Rogers kommentiert: Durch diese Erfahrung von Empathie ändert sich auch das Selbstkonzept. Denn Nancy erlebt sich als eine Person, die sich um eine gute Beziehung zu ihrem Vater bemüht hat, es aber nicht erreicht hat. Der Neid und die Eifersucht weicht einem tiefem Schmerz und Sehnsucht. Nancy erlebt ihre positiven Anteile. Dadurch wächst ihre Selbstachtung. Dadurch dass Nancy in der Gruppe Mitgefühl erhalten hat, kann sie selbst Mitgefühl für sich entwickeln.

Die wenigsten Menschen haben Ahnung, wie sehr sie Gefühle unterdrücken und abspalten können.

Carl Rogers über Gefühle, Der neue Mensch

Nancy aus dem Seminar: Nancy war auf einmal und ohne äußeren Anlass betroffen und sehr emotional. Sie äußerte Vorwürfe gegenüber einer anderen Seminarteilnehmerin. Die anderen Teilnehmer wenden sich Nancy voll Wertschätzung, Wohlwollen und Empathie zu.

Der neue Mensch braucht nicht unbedingt Psychologen oder Fachleute. Empathie, Wertschätzung und Echtheit ist alles, was der neue Mensch braucht. Buche ein Empathisches Coaching und mache die Erfahrung, wie es sich anfühlt, sich wirklich gefühlt zu fühlen! Oder melde dich zum Empathie-Retreat an. Hier erhältst du von anderen Menschen Empathie und lernst Empathie zu schenken (für Fortgeschrittene der Gewaltfreien Kommunikation). Denn Tiefe Empathie baut auf dem Empathie-Begriff von Carl Rogers auf und der klientenzentrierte Gesprächsführung von Carl Rogers auf.

Empathie in Gruppen: Encounter-Gruppen

Carl Rogers hat mit seinen Mitarbeitern in vielen Ländern der Erde Gruppen geleitet. Da er schon bekannt war, hatten sich meistens sehr viele Teilnehmer angemeldet. Mitunter hatten Gruppen 800 Teilnehmer. Die Teilnehmer hatten dann auch hohe Erwartungen an die Seminarinhalte. Klientenzentrierte Moderation bedeutet aber, dass die Moderatoren wenig bis keine Inhalte vorgeben. Dies traf oft auf Widerstand. Deshalb sind die Encounter-Gruppen nach Rogers etwas anderes die heute modernen Barcamps.

Barcamp und Encounter-Gruppen sind etwas anderes

Andrea Wiedel

Denn hier liegen zwar keine Inhalte vor, aber diese Inhalte werden von den Teilnehmers geschaffen. Dies ist für viele Menschen eine Herausforderung und beginnt mit einem Chaos. Denn das Fehlen einer Struktur löst erstmal Verwirrung aus. Das Leitungsteam wird kritisiert, weil es keine Pläne gemacht hat. Aber in Wirklichkeit zögern die Teilnehmer nur, ihre eigene Macht auszuüben. Rogers beschreibt den typischen Ablauf von Encounter-Gruppen. Man kann auch erkennen, wie er und seine Mitarbeiter den Ablauf moderiert haben.

Im Lauf der Zeit haben er und seine Mitarbeiter gelernt, dass es Hauptaufgabe der Moderatoren ist, wir selbst zu sein.

Encounter-Gruppen: meine persönliche Erfahrung: Ich habe einmal bei einem Netzwerktreffen für Gewaltfreie Kommunikation an einem Treffen ohne Moderation teilgenommen. LINK Auch ich habe das Geschehen anfangs als sehr verstörend empfunden, war hilflos und es war auch chaotisch. Gleichzeitig ist es eine Begegnung, die mir immer noch in lebhafter Erinnerung ist. Deshalb habe ich dies auch in einem Blogartikel festgehalten,

Schade finde ich, dass sich heute kaum keine Gelegenheit für Encounter-Gruppen gibt. Ich kenne keine. Gerne freue ich mich darüber, wenn mir jemand darüber informiert. Oder Interesse hat. Denn dann möchte ich gerne EncounterGruppen anbieten.

Die Teilnehmer nach Encounter-Gruppen beschreiben ein anderes Verhalten in ihrem beruflichen und privaten Beziehungen. Von innen heraus. Ohne dies irgendwie von oben, vom Kopf her zusteuern. Auch dies kenne ich aus persönlicher Erfahrung. Denn Empathie und das tiefe Gefühl, die Erfahrung verstanden zu werden, gibt uns Mut und Kraft von innen heraus.
Die Moderatoren vertrauen darauf, dass der Prozess – auch ohne Struktur und Inhalte – dem Leben dienen wird. Rogers hat immer auf die Gruppen Weisheit vertraut. Er vertraut in das Lernen durch Erfahrung. Aber das veranlasst sie nicht zu einer passiven Haltung gegenüber den Vorgängen. So kann man Empathie lernen und fördern.

In den Encounter-Gruppen können die Teilnehmer ihrem eigenen mächtigen Bedürfnis folgen und ihr eigenes unabhängiges Selbst finden. Viele Teilnehmer berichten, dass sie mit den Personen, die ihnen nahe standen, auf neue und offene Weise umgegangen sind.
So funktioniert Empathie und Lernen durch Kommunikationserfahrung. Da die Teilnehmer die Wirkungen der Empathie in den selbstorganisierten Gruppen als heilsam erlebt, haben sie sich auch selbständig weiter organisiert.

Einsamkeit und Unabhängigkeit

Carl Rogers spricht von einem Paradox. Auf der einen Seite wünschen sich moderne Menschen, also die Menschen in den Jahren 1950 bis 1980, Selbstgenügsamkeit, Unabhängigkeit und die Möglichkeit des persönlichen Rückzugs. Wir scheinen es zu einem Fetisch erhoben zu haben, uns selbst zu genügen, keine Hilfe zu brauchen und uns mit sehr wenigen Kontakten abzuschirmen. Die moderne Technologie macht diese Ziele erreichbar.

Gleichzeitig leiden wir unter Einsamkeit und werden krank, denn Menschen brauchen andere Menschen, um ihre Persönlichkeit entwickeln zu können.

Diese Erfahrung deckt sich mit der Behauptung von Neurobiologen: Zur Liebe geboren,

Menschen spalten Gefühle nicht aus Spaß ab, sondern aus echter Not: weil sie mit den Gefühlen allein nicht zurecht kommen. Empathie und Wertschätzung helfen, die Fähigkeit zu fühlen, wieder zu entwickeln. Denn Gefühle wollen gefühlt werden.

Auch Joachim Bauer stellt immer wieder fest, dass die Menschen zur Kooperation und zum Zusammenhalt angelegt sind.

Es braucht also ein Leben in Gemeinschaft, Gemeinschaftssinn und das Bewusstsein, dass wir miteinander verbunden sind und voneinander abhängig sind – auch von der Natur.

Rogers war auch von der Idee der Europäischen Union (damals noch Europäischen Gemeinschaft) begeistert, da da die Idee der Gemeinschaft und des Wachstums gefördert wurde.

Empathie, Wertschätzung und Macht

In unserer Gesellschaft leben wir in einem System, das ihre Mitglieder zu kontrollieren versucht: Macht über andere, Kontrolle, Unterdrückung von Gefühlen.

Es ist keine Reformation sondern eine Revolution. Das System auf den Kopf zu stellen.

Jeder Mensch ist imstande, diejenigen Erlebnisse und Gefühle zu verdrängen und zu leugnen, die sein Selbstkonzept gefährden würden. Seite 113

Carl Rogers über Persönlichkeitsentwicklung, Seite 113

Heute gibt es einige Unternehmen, die nach diesem System arbeiten. Zum Beispiel beschreibt Frederic Laloux in seinem Buch “Reinventing Organizations” etliche Unternehmen. Oder Gerald Hüther mit seiner Schule im Aufbruch. Die freie Schule Berlin Mitte.

Rogers wünscht sich einen schülerzentrierten Unterricht und ein anderes Gesellschaftssystem. Dieses Gesellschaftssytem beruht nicht auf Gleichgültigkeit und “laissez faire”. Sondern auf geteilter Macht und Interdependenz (gegenseitige Abhängigkeit). Es ist ein Paradigmenwechsel von der Kontrolle zum Vertrauen.

Was ist eigentlich der neue Mensch?

Empathie und Einfühlungsvermögen kann in allen Menschen geweckt werden. Deshalb ist der neue Mensch ist ein empathischer Mensch. Carl Rogers beschreibt die Qualitäten, die einen empathischen Menschen auszeichnen:

  • Offenheit
  • Mensche sind offen für die innere und äußere Welt, offen für neue Erfahrungen und Betrachtungen.
  • Verlangen nach Authentizität
  • Kommunikation dient dazu, die Dinge so darzustellen, wie sie sind
  • Skepsis in bezug auf Wissenschaft und Technologie
  • sonder mehr Vertrauen in Intuition
  • Verlangen nach Ganzheit
  • Menschen leben nicht gern in einer Welt, die aufgeteilt ist in Körper und Geist, Gesundheit und Krankheit, Intellekt und Gefühl. Sie streben nach einem ganzheitlichen Leben.
  • Der Wunsch nach Nähe
  • Sie suchen neue Formen der Nähe, der Intimität und der Kommunikation.
  • Prozessbewusstsein
  • Sie sind sich gewahr, dass die einzige Gewissheit im Leben die Veränderung ist und begegnen dem Wandel aufgeschlossen.
  • Mitgefühl und Anteilnahme
  • Die Menschen nehmen an ihren Mitmenschen anteil und empfinden Empathie für sie.
  • Einstellung zur Natur
  • Sie empfinden eine unmittelbare Verbundenheit mit den elementaren Natur und sind bereit, sie zu schützen. Sie sind ökologisch eingestellt.
  • Ablehnung von Institutionen
  • Sie haben eine Abneigung gegen überstrukturierte, unflexible, bürokratische Institutionen.
  • Die innere Autorität
  • Sie haben Zutrauen zu ihren eigenen Erfahrungen.
  • Die Unwichtigkeit materieller Dinge
  • Sie sind zutiefst gleichgültig gegenüber materiellen Anreizen und Belohnungen, Statussymbolen.
  • Sehnsucht nach dem Spirituellen
  • Die Menschen von morgen sind Suchende. Denn sie möchten einen Sinn und ein Ziel im Leben finden, das größer ist als das Individuum.

Der neue Mensch: Fazit

Im Vergleich zum Buch “Entwicklung der Persönlichkeit” (ausführliche Rezension Entwicklung der Persönlichkeit) finde ich das Buch “Der neue Mensch” inhaltlich wesentlich leichter zu lesen. Außerdem ist das Schriftbild größer und es ist besser strukturiert. Allerdings finde ich 28 Euro für “Der neue Mensch” – im Vergleich zu dem 400-seitigen eng bedruckten Buch   “Entwicklung der Persönlichkeit” – überteuert.

Das Buch “Der neue Mensch” ist nicht geeignet für das Verständnis der klientenzentrierten Gesprächsführung. Hierfür ist das Buch “Entwicklung der Persönlichkeit” besser geeignet. Ich empfehle “Der neue Mensch” den Menschen, die sich mit Carl Rogers näher beschäftigen wollen. Denn es hilft seine Philosophie, sein Menschenbild und seine Visionen zu verstehen

h

Kategorie Buchtipps & Filmtipps

Ich bin Juristin, Kommunikationstrainerin und Coach, Autorin, Hobby-Neurobiologin, Möchte-Gern-Psychologin, Zuhörerin, Freigeist und Bücherwurm. Ich begleite Menschen bei der Überwindung von emotionalen Blockaden hin zu Potentialentfaltung. Unternehmen unterstütze ich bei der Entwicklung einer wertschätzenden Unternehmenskultur. Ich lebe mit meiner Tochter in Bayreuth.

6 Kommentare

  1. Bettina Bossart

    Liebe andrea. Deinen artikel über kommunikation und emphatie gefällt mir sehr gut. Es ist toll, wie du menschen begeisterst und ihnen neue wege der kommunikation und sinngestaltung zur persönlichkeitsentwicklung aufzeigst.
    Gestern war ich in basel zur picasso ausstellung mit führung und malatelier. Heute gehe ich es viel ruhiger an, gehe spazieren und später zum tanzen. Wünsche dir einen schönen frühling, gelassenheit und viel freude! Herzliche grüsse! Bettina

    • Andrea Wiedel

      Liebe Bettina,
      Danke für das positive Feedback. Ich wünsche Dir noch viel Spaß in Basel und mit Kunst. Es hört sich so an, als ob Du mit Kunst Deine Seele und Deinen Geist nährst. Und gleichzeitig gut auf Deine Kräfte achtest. Auch dir wünsche ich einen wunderschönen Frühling. Herzliche Grüssel Andrea

  2. Hallo Andrea, mit Spannung und Freude habe ich gelesen. Es ist auch mein Hauptthema im Leben und ich habe mich von einer unglücklichen zu einer glücklichen Frau entwickelt mit verschiedenen Menschen und auch Büchern, die mir alle sehr geholfen haben.
    Ich hatte vor, die GFK in unsere kleine Stadt Pirna zu bringen und bin vorerst daran gescheitert, dass Menschen, denen ich es angeboten habe – dies ablehnten, ohne es erst kennen lernen zu wollen. Es gibt tatsächlich Menschen, die glauben, es würde genügen, was sie bereits über das Thema Kommunikation wissen. Da ich eine wirklich schöne Sache niemandem aufdrängeln werde, habe ich mich damit getröstet, dass eben bei den Menschen um mich herum das Zeitfenster für diese Informationen noch nicht geöffnet ist und akzeptiere es. Eine sehr informatives Werk zum Thema Empathie und auch Mitgefühl finde ich die PDF, die im Internet zu sehen und zu laden ist – „Mitgefühl in Alltag und Forschung“ Hier wird genau der Unterschied an Hand von Tests erklärt zu Mitgefühl, Empathie und Mitleid. Viele bringen diese Begrifflichkeiten noch durcheinander. Ich bedanke mich für Deine Informationen und würde mich freuen auch irgendwann einen Kommentar von DIR auf meiner webseite zu lesen.

    • Andrea Wiedel

      Liebe Heike, ich glaube, dass die Menschen, die Gewaltfreie Kommunikation ablehnen, dies tun, weil sie sich nicht mit sich selbst auseinander setzen wollen und einfach zufrieden im Leben sind, so wie es gerade für sie ist. Gleichzeitig bin ich enttäuscht, weil ich mir wünsche das, was mir wichtig ist, mit anderen zu teilen und auf Resonanz zu finden. Danke für den Tipp mit dem pdf-Dokument. Ich werde es mir herunterladen und lesen. Danke auch für den Kommentar auf meiner Website. Ich werde mir Deine Website bei Gelegenheit anschauen und auch einen Kommentar hinterlassen. Liebe Grüße von Bayreuth nach Pirna

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