Gender Data Gap: Warum es für Frauen wichtig ist, die Statistik zu kennen

Gender Data Gap: junge Frau mit roten Haaren bedeckt nachdenklich mit den MundGender Data Gap: Warum es für Frauen gut ist, die Statistik zu kennen (c)snbboy/Pixabay

Weibliche Daten werden statistisch nicht erhoben. Deshalb fallen Frauen durch die Datenlücke. Sie kommen zu kurz, arrangieren sich mit den Lebensumständen, nehmen vieles als gegeben hin, suchen bei sich die Schuld anstatt bei den Lebensbedingungen. Die Daten zu kennen hilft die Daten zu hinterfragen.

Was hat die Datenlücke mit Coaching zu tun?

Gemeinhin könnte man denken, dass Statistiken nicht mit Personal Coaching und Psychologischer Beratung zu tun haben. Da geht es doch um Persönlichkeitsentwicklung, Psyche und innerer Befindlichkeit.

Aber Statistiken prägen unsere Sicht der Dinge und unsere Sicht der Dinge prägt unser Selbstwertgefühl.

Wenn Mütter von Erwerbsarbeit erzählen, dann wählen sie oft die Formulierung „Ich arbeite NUR Teilzeit!“. Dass sie in der restlichen Zeit wertvolle Familienarbeit erledigen und damit auf wesentlich mehr Wochenarbeitsstunden kommen, ist ihnen nicht bewusst. Und wem nicht bewusst ist, was er leistet, der kann sein Selbstwertgefühl nicht in der Weise stärken, wie es angebracht ist, fordert weniger als ihm zusteht (z.B. Unterstützung vom Ehemann, von der Gesellschaft, von der Politik).

Hier habe ich eine ausführliche Rezension geschrieben zum Buch „Unsichtbare Frauen Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“ von der feministischen Aktivistin Caroline Criado-Perez.

Gender Data Gap: Warum es gut ist, die Daten zu kennen

Es tut gut, die nicht erhobenen Daten zu kennen aus folgenden Gründen:

  • Selbstwertgefühl
    Familienarbeit als Arbeit zu bezeichnen stärkt das Selbstwertgefühl. Denn Kinder wachsen nicht an Bäumen sondern brauchen Fürsorge und Zeit.
  • Mut machen
    Wer die Strukturen kennt, kann Wege finden. Es macht Mut, für sich einzustehen und das zu fordern, was einem zusteht.
    Ein anderes Buch, das Mut macht ist Becoming von der ehemaligen First Lady der USA Michelle Obama, die auch feministisch denkt. Hier geht’s zur Rezension
  • Mitgefühl und Verständnis
    Die Strukturen und die Systematik zu verstehen hilft weniger selbstkritisch zu sein und den Fehler und die Schuld bei sich zu suchen, z.B. wenn man trotz guter Ausbildung 
  • Scharlatanerie enttarnen
    Männliche Kollegen im Beratungsbusiness sind oft schnell mit Ratschlägen und Bagatellisieren bei der Hand, wenn es um Familienarbeit geht.
    Zum Beispiel der berühmte Dr. Dogs.
  • Worte schaffen Bewusstsein und Realität
    Statt von Haushalt von “Familienarbeit” zu sprechen, wertet diese Tätigkeiten auf und bildet die Realität ab. Alles andere ist ein Euphemismus. Denn Kinder wachsen nicht an Bäumen.

Kinder wachsen nicht an Bäumen heran, sondern brauchen Zeit in Form von Familienarbeit.

Andrea Wiedel

Coaching

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