Introvertiert? So nutzt du deine Stärken!

Introvertiert: Nachdenken ist eine positive EigenschaftIntrovertiert: Nachdenken ist eine positive Eigenschaft (c)squeeze/Pixabay

Introvertiert: Zurückhaltende Menschen ziehen in unserer extrovertierten Gesellschaft oft den Kürzeren. Doch ein leises Wesen eröffnet auch ungeahnte Chancen. Wenn Introvertierte lernen, ihre Stärken zu nutzen, erreichen sie ihre privaten und beruflichen Ziele. Wie dies gelingen kann, zeigt Martin Wehrle in seinem Ratgeber “Der Klügere denkt nach”.

Introvertiert: Thema

Wir leben in einer Gesellschaft der Lauten und Extrovertierten. Deshalb wird Extraversion leisen, stillen und introvertierten Menschen als Vorbild eingeredet. Doch damit überfordern sich viele introvertierte Menschen. Ziel ist es nicht, aus einem introvertierten Menschen einen extrovertierten zu machen. Introvertierte Menschen sollen introvertiert und authentisch bleiben. Deshalb geht es darum, die Stärken der Introversion zu nutzen und so seine privaten und beruflichen Ziele zu erreichen.

Martin Wehrle hat – wer weiß wie viele – Bücher geschrieben, zu den Themen Coaching, Karriere und Beruf. Deshalb gilt er auch als Deutschlands bekanntester Karrierecoach. An seiner Akademie für Karriereberater bildet er Menschen zu Karriereberater aus. Firmen schätzen ihn als unterhaltsamen Redner und Podiumsteilnehmer.

Auch ich bin ein Fan von ihm. Ich schätze ihn für seine Intelligenz, seine glasklare Beobachtungsgabe und für sein Bekenntnis zum Feminismus. Sein Ratgeber “Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger” wird unter dem Titel “Viel Fleiß kein Preis” neu aufgelegt. Eine männliche Führungskraft wacht eines Morgens als Mann. In vielen kleinen Alltagssituation erläutert Martin Wehrle, warum Frauen im Berufsleben oft den Kürzeren ziehen. Ich habe herzlich gelacht und viel gelernt. Auch dieses Buch wäre eine Rezension wert.

Aufbau und Inhalt

  • Stiller Aperitif: Kommt Ihnen das bekannt vor?
  • All die Schwätzer und ich: Warum nicht jeder schüchtern ist, der sich so fühlt
  • Der große Temperaments-Test: Introvertiert, hochsensibel, glücklich?
  • Stoppt den Action-Film! Warum Sie nicht auf jeder Hochzeit tanzen müssen
  • Die Smalltalk-Lüge: Wie Sie den Phrasen-Hasen abhängen
  • Die No-Casanova-Strategie: Warum ehrlich am längsten liebt
  • Bewerbung ohne Kanonenkugel: Wie Sie Baron Münchhausen ehrlich übertreffen
  • Meeting ohne Mätzchen: Wie Sie die Ritter der Schwafelrunde beeindrucken
  • Das Rede-Duell: Wie leise Töne Ihnen lauten Applaus bringen
  • Elefanten-Alarm: Wie Sie mit Dickhäutern umgehen
  • Die Schwätzer-Bremse: Wie Sie Maulhelden entzaubern
  • Stilles Dessert: Vom Reden zur Redlichkeit

Introvertiert: Was ist schon normal?

Introversion ist etwas anderes als Schüchternheit. Schüchternheit hat mit Ängsten zu tun und kann durch eine Änderung des Verhaltens abgebaut werden. Aber Introversion ist eine Veranlagung, ein Temperament. Temperament ist ein höchst individueller Charakterzug, den man nicht verändern kann. Deshalb ist es sinnlos, wenn Introvertierte die Stärken von extrovertierten Menschen nachahmen wollen.

Leider werden in unserer Gesellschaft nicht beide Temperamente – Introversion und Extraversion – gleichermaßen geschätzt. Extraversion gilt als Maßstab der Normalität. Deshalb meinen viele Introvertierte, dass sie sich an diesen Maßstab anpassen müssten. Doch dies überfordert sie. Und es gibt andere Möglichkeiten, die Martin Wehrle in seinem Ratgeber “Der Klügere denkt nach” zeigt.

Introvertierte im Dialog

Rednerkurse für Stille sind der Renner. Aber kein Dauerredner hält es für nötig, einen Kurs im Zuhören zu buchen.

Für Extrovertierte, die sich in der Kunst des Zuhörens üben wollen, gibt es 2019 eine Überraschung. Im Kösel-Verlag erscheint mein Ratgeber „Zuhören ist ein Geschenk“. Darin geht es um die größten Fehler im Dialog und um 5 Zuhör-Geschenke, die wir unseren Mitmenschen machen können.

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Hier gehts zum Vortrag über Kommunikationssperren und  „Zuhören ist ein Geschenk“ 

Introvertiert: typische Eigenschaften

Typische Eigenschaften von introvertierten Menschen können positiv und negativ bewertet werden. Eine leise Stimme ist ein typisches Merkmal von Introversion. Einerseits kann sie negativ bewertet werden: ich piepse wie ein Mäuschen und kann mich nicht durchsetzen. Andererseits kann sie positiv bewertet werden: Ich konzentriere mich auf den Inhalt. Martin Wehrle gibt viele typische Eigenschaften der Introversion mit den jeweiligen positiven und negativen Deutungen.

Introversion ist nur dann in einer Gesellschaft ein “Nachteil”, wenn sie von Extraversion dominiert wird. Leider haben Extrovertierte keine Toleranz für Introvertierte. Hierzu ein Beispiel: In Zeugnissen kritisieren Lehrer oft die “mangelnde mündliche Mitarbeit” von Schülerinnen. Warum wird stillen Kindern diese Eigenschaft nicht als Stärke ausgelegt? Nämlich als die Fähigkeit, Dinge im eigenen Kopf zu entwickeln oder als Fähigkeit konzentriert dem Unterricht zu folgen.

Hochsensible bekommen immer wieder gesagt: Nun sei nicht so sensibel! Nun komm mal aus dir raus!

Warum sagen Introvertierte nicht? Nun sei doch mal etwas verletzlicher!

Introvertiert: eine Anleitung zum Überleben

Martin Wehrle nimmt seine Leser mit auf die Reise in die Tiefen der Introversion. Deshalb ist “Der Klügere denkt nach” ein höchst interaktives Buch. Introvertierte Leserinnen und Leser können mit Hilfe von zahlreichen Übungen aktiv an sich arbeiten und ihre Persönlichkeit entwickeln:  Sätze zu Ende führen, Fragen zur Reflexion, Coaching-Impulse etc. Mit der “Reporter-Methode” gibt der Autor introvertierten Menschen eine Fragen-Systematik an die Hand, wie sie im Smalltalk punkten können. Im übrigen quillt das Buch über von einer Fülle an praktischen, umsetzbaren Tipps. Zusätzlich gibt es zu jeden Kapitel einen kleinen “Coaching-Dialog” mit Beispielen aus seiner Coaching-Praxis.

=> Coaching-Impuls: Introvertiert im Bewerbungsgespräch punkten – Link folgt

Arbeitsalltag für Introvertierte

Allein schon im Kapitel “Stiller Aperitif” stellt Martin Wehrle zwei mögliche Alltagsabläufe gegenüber. Einerseits eine introvertierte Marketingfrau, die sich an ihr extrovertiertes Umfeld anpasst. Abends ist sie erschöpft und von den vielen Eindrücken genervt. Andererseits eine introvertierte Marketingfrau, die den selben Arbeitstag so gestaltet, dass sie ihn genießen kann. Dabei muss sie sich nicht verbiegen. Sondern sie nutzt ihre Stärken aus und achtet auf ihre persönlichen Ressourcen.

Zusätzlich ist hier ein Beispiel: Partys sind für Introvertierte ein Graus. Erst recht, wenn sie niemanden kennen. Meist langweilen sie sich, weil sie keine interessanten Gesprächspartner finden. Oder sie überfordern sich, indem sie mit Schwätzern um Redezeit konkurrieren. Wie kann die Party-Falle zur Party-Chance werden? Indem man sich vorher zu einem Gespräch verabredet und so seine Angst überbrückt. Außerdem sollten Introvertierte rechtzeitig die Party verlassen, um ihre Ressourcen zu schonen

Introvertierte und Zeit

Es gibt viele verschiedene Lebensbereiche, die durch Introversion und Extraversion bestimmt werden: Liebe, Beruf, Gespräche. Für alle Bereiche werden im Buch praktikable Lösungen aufgezeigt.

Nicht immer sind Extrovertierte introvertierten Menschen überlegen. Während extrovertierte Menschen schnell an ihr Ziel kommen, spielt die Zeit für introvertierte Menschen. Einerseits überzeugen sie Im Beruf durch die Güte ihrer Arbeit, durch Qualität, Fleiß und Zuverlässigkeit. Andererseits überzeugen sie in der Liebe durch tiefe Gefühle, Freundschaft und Treue.

Die Zeit ist auf der Seite der Introvertierten.

Was mir sehr gut gefällt

Martin Wehrle hat ein Arbeitsbuch geschrieben. Denn mit diesem Ratgeber können introvertierte Menschen in kleinen Schritten ganz konkret ihre Introversion als Stärke nutzen. Die Theorie zur Introversion vermittelt der Autor in einer verständlichen, leicht lesbaren Sprache. Gleichzeitig trifft er die Problematik um Introversion und Extraversion auf den Punkt.

Was mir weniger gefällt

Manchmal sind mir die typischen Stilelemente des Autors etwas zu laut – auch wenn sie treffend sind. Wenn man viele Bücher von Martin Wehrle gelesen hat – so wie ich – kennt man seine Sprachspielereien. Denn Martin Wehrle war im ersten Leben Journalist und kann mit Sprache jonglieren. Und das merkt man seinen Büchern an.

Fazit

“Der Klügere denkt nach” von Martin Wehrle ist ein Fachbuch und Ratgeber, das ich allen introvertierten Menschen ans Herz legen möchte. So können sie lernen, wie es sich in einer extrovertierten Welt gut leben lässt.

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Frau Wiedel.
    Neben dem interessanten Thema, interessiert mich die Wahl des Fotos auf dem eine wunderschöne Frau mit dunklem Hautton zu sehen ist: Untertitel: Introvertiert : Nachdenken ist eine positive Eigenschaft. Daneben gibt es Werbeanzeigen für 2 Bücher zum gute Gesprächeführen und mehr Gehalt verhandeln. Dort sieht man auch Frauen, jüngere und mit hellem Hautton. Mich interessiert, ob Sie diese Fotos bewusst gewählt haben? Und warum bei diesem Thema eine Frau of Color ausgewählt wurde, bei den anderen weiße Frauen und warum bei allen drei Themen Frauen abgebildet sind? Freue mich über eine Auskunft, die nicht nur den Zufall ins Feld führt und die Interpretation, ich sei überempfindlich. Herzliche Grüße. Anke Krause

    • Andrea Wiedel

      Liebe Frau Krause,
      Danke erst mal, dass Sie das Thema interessant finden. Wie und nach welchen Kritierien wähle ich die Bilder für meinen Blog aus? Also meistens gehe ich auf Pixabay und suche nach kostenfreien Fotos, die zum Thema passen. Alle 3 Bilder sind von dieser Datenbank.
      Ich nehme gern Frauen, weil ich selbst eine Frau bin und mich damit gut identifizieren kann. Außerdem finde ich – und hier werde ich politisch – dass Frauen in unserer Gesellschaft im öffentlichen Leben unterrepräsentiert sind. Ich bin eine Frau und ich präferiere Bilder mit Frauen. Selbstverständlich sind Männer bei meinen Angeboten immer „mitgemeint“.
      Nun zu der Hautfarbe: Ich habe nach einem inspirierenden Bild gesucht, dass die Eigenschaft introvertiert gut ausdrückt. Und da ist die Wahl auf diese wunderschöne ältere Frau mit dunklem Farbton gefallen. Schon etwas kritisch, weil sich damit im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich nicht alle Leser/Leserinnen identifizieren können. Kritisch in dem Sinn, dass das Bild dann eventuell nicht die Lust der Leser weckt, den Blogbeitrag zu lesen. Aber das Bild gefiel mir einfach zu gut und es gab kaum Alternativen. Da siegte mein Bedürfnis nach Ästhetik.
      Ich hoffe, Ihre Fragen beantwortet zu haben.
      Viele Grüße
      Andrea Wiedel

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