Jahreskreisfest: Sommersonnenwende

Feuer lodert in der Abenddämmerung vor einem SeeJahrekreisfest: Sommersonnenwende: Rituale des Lichts und des Feuers und Übungen zur Selbstliebe

Im Jahreskreisfest Sommersonnenwende geht es um inneres Wachstum, Selbstliebe und Freude. Am 21. Juni steht die Sonne am höchsten! Denn der Mittsommer steht für die Zeit von Licht, Lebensfreude, Hülle und Fülle. Lebensfreude pur. Deshalb findest du hier auch Gedanken, Übungen und Reflexionen zur Selbstliebe und zum inneren Wachstum.

Mittsommer: die Kräfte der Natur

Im Mittsommer im Juni wächst das Licht mit jeden Tag. Die Nächte werden immer kürzer. 

Um den 21. Juni ist der Tag am längsten und die Nacht bricht nur noch für wenige Stunden herein. Licht und Sonne gibt es im Überfluss.

Deshalb entfaltet sich auch der Sommer überall in jedem Blatt und in jeder Blüte. Überall wächst und wuchert es, sprießt und gedeiht es: Die Linden blühen, die Erdbeeren reifen und viele Heilkräuter haben jetzt ihre intensivste Wirkkraft.

Ein besonderer Tag im Juni ist der Siebenschläfer: So wie das Wetter in den Tagen um den 27. Juni ist, so soll es die kommenden sieben Wochen bleiben, also den ganzen Sommer lang.

Mittsommer in der Mythologie

Früher nannte man den Juni auch Johannismond, Rosenmond oder Grasmond, weil man im Juni mit der Heuernte beginnt. 

Der Name Brachmanoth, Brächet oder Brachmond stammt aus der Zeit der Dreifelderwirtschaft: im Juni wurde das dritte Feld bearbeitet, welches brauch lag.

Der Name Juni stammt von der römischen Göttin Juno ab. Juno ist die Himmelsherrin. Sie ist die Hüterin der Sterne und aller sozialer Bindungen in Verwandtschaft, Familie und Ehe.

Die energetische Qualität des Juni ist bestimmt von Licht und Helligkeit. Mythologisch siegt das Licht über die Finsternis. 

Im Jahreskreis: Die Sommersonnenwende im Juni liegt der Wintersonnenwende im Dezember gegenüber.

Juni ist eine Zeit der Freude, des Lachens und der Liebe zum Leben.

Es geht aber auch darum, alles Verborgene ans Licht zu bringen – so wie sich mythologisch verborgene Wesen den Menschen zeigen. Der Mittsommer ist die Zeit zu wachsen und sich zu entfalten. Im Juni erreicht alles seinen Höhepunkt.

Mittsommer: Sich selbst entfalten

Im Mittsommer lassen wir uns von den Pflanzen inspirieren, die um uns herum wachsen – und befassen uns mit unserem inneren Wachstum. Samen und Pflanzen wachsen einfach. Sie treffen keine bewusste Entscheidung. Sondern sie tut einfach das, was in ihnen steckt, zum Vorschein kommen und sich entfalten will.

Auch der Psychologe Carl Rogers hat die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen mit der Entwicklung von Pflanzen verglichen: Die Kartoffeln im dunkelsten Keller streben stets dem Licht zu und wollen entfalten, was ihnen steckt. Wie die Kartoffeln zum Keimen so strebt jeder Mensch nach Wachstum und Entwicklung seiner Persönlichkeit. 

“Der neue Mensch”- Rezension und Buchtipp

Genauso entwickeln wir Menschen uns jeden Tag weiter – mit unseren Stärken und Schwächen. Wir haben ganz individuelle Fähigkeiten in uns angelegt, die wir entfalten wollen. Pflanzen müssen mit den Bedingungen der Umgebung zurecht kommen. Aber wir Menschen können unser Wachstum bewusst fördern, indem wir selbst für unser Wachstum gute Bedingungen schaffen. Denn erst gute Bedingungen machen es möglich, das zu entwickeln, was uns wichtig ist.

Der wichtigste Nährboden zur Selbstentfaltung ist Selbstliebe, also die Liebe zu sich selbst. Sich selbst zu lieben bedeutet, sich anzunehmen, genauso wie man ist, mit allen Stärken und Schwächen, allen Wünschen und Sehnsüchten. 

Der wichtigste Nährboden zur Selbstentfaltung ist Selbstliebe.

Selbstliebe üben

Selbstliebe kannst du in zwei Schritten üben:

  1. Wertfreies Beobachten
    lass Bewertungen weg: Gewöhnlich bewerten wir alles, was um uns herum geschieht. So auch uns: was wir tun, wie wir sind und wie wir ausschauen. Beurteile dich nicht, kritisiere dich nicht, werte dich nicht ab oder übe dich in Selbsthass. Auch die Gewaltfreie Kommunikation kann dir dabei helfen.
  2. Selbstannahme
    Nimm dich selbst liebevoll und voll Wärme an, so wie du bist!

Sei gnädig und liebevoll mit dir, auch wenn du Fehler machst. Wachstum ist nur möglich durch Fehler, weil Fehler unsere Wegweiser sind, wohin unser Wachstum gehen soll.


Selbstliebe kannst du auch im Coaching üben. Manchmal tut es gut, eine gute Kraft an seiner Seite zu haben, die dich in den Fähigkeiten der Urteilsfreiheit und Selbstliebe unterstützt. Coaching mit Empathie geht auch am Telefon:

Selbstliebe ist Voraussetzung für Liebe

Selbstliebe ist die Voraussetzung für die Fähigkeit, andere Menschen zu lieben. Warum ist das so?

Wenn du dich sich selbst liebst, sorgst du gut für dich, nimmst deine Gefühle wahr und deine Bedürfnisse ernst. Wenn du gut für dich selbst sorgst, dann kannst du auch anderen Menschen mit offenem Herzen geben. Denn nur wenn du selbst keinen Mangel leidest, dann kannst du geben.

Deshalb ist Selbstliebe auch etwas anderes als Egoismus. Eine gesunde, liebevolle Beziehung zu sich selbst führt nicht zu Rücksichtslosigkeit. Sondern genau das Gegenteil ist der Fall: Wer selbst Mangel leidet, läuft Gefahr neidisch zu sein und anderen etwas wegzunehmen.

Ein froher Mensch ist innerlich ausgeglichen, schöpft aus seinem äußeren und inneren Reichtum und gibt ihn mit Freude an andere weiter.

Raum für Wachstum schaffen

Wenn du innerlich wachsen willst, brauchst du im außen einen entsprechenden Raum dafür. Das können tatsächlich Räume (Zimmer) sein, oder den zeitlichen Frei-Raum oder im übertragenen Sinn den Raum.

  • Gibt es in deinem Leben Bereiche, die schon länger nicht mehr gewachsen sind?
  • Denke an die folgende Themen: Liebe, Alltag, Beruf, Hobbies, Körper, Geist, Seele!
  • Verwendest du deine Kraft für die Dinge, die dir wichtig sind?
  • Entfalten sich deine Ideen und Talente?

Alles braucht Raum, Zeit und Zuwendung, um zu wachsen und sich in voller Schönheit zu entfalten.

Altes abstreifen im Mittsommer

Manchmal ist für Wachstum notwendig, dass wir uns von Dingen oder Lebensumständen trennen, die nicht mehr passen: so wie sich die Schlange häutet oder wir alte Klamotten aussortieren, die uns nicht mehr passen oder nicht mehr gefallen.

Werfe einen kritischen Blick auf die Lebensumstände, die nicht gut für dein Wachstum sind und es sogar behindern oder einschränken. Denn ein Nährboden, der Pflanzen die falsche oder zu wenig Nahrung zuführt, lässt sie darben oder gar verkümmern. 

Manchmal trauen wir uns noch nicht, uns selbst einzugestehen, dass uns Menschen oder Verhältnisse nicht gut tun. Vielleicht haben wir Angst davor, was danach kommen könnte. Aber wir stehen uns und unserem Wachstum im Weg, wenn wir an Dingen festhalten, die uns nicht gut tun. 

Niemand fordert von dir, dass du Menschen oder Verhältnisse vorschnell und leichtfertig aufgibst. Nur du selbst kannst entscheiden, was Deine innere Wahrheit ist. Aber es ist eine Geste der Selbstliebe, wenn du dir die Wahrheit eingestehst – selbst wenn sie unangenehm ist. Und du kannst und sollst dir für alle notwendigen Veränderungen die Zeit nehmen, die du brauchst.

Wir stehen uns und unserem Wachstum im Weg, wenn wir an Dingen festhalten, die nicht mehr zu uns passen oder uns nicht gut tun.

Mittsommer: Licht trifft auf Dunkelheit

Der Juni wird bestimmt von der Sommersonnenwende am 21. Juni. Teilweise wird das Jahreskreisfest auch schon am 24. Juni begangen, dem Johannistag.

Wenn wir uns das Jahr als Kreis denken, dann liegt die Sommersonnenwende der Wintersonnenwende direkt gegenüber. Licht und Dunkelheit sind die beiden Hälften des Jahreskreises – wobei die Sommersonnenwende den Höhepunkt des hellen Halbkreises bildet. 

In alten Geschichten und Traditionen gehörten Dunkelheit und Licht zusammen. Denn beides gehört zu unserem Leben gehört. Deshalb gibt es in vielen Mythologien auch eine Lichtgestalt, die für das helle Halbjahr steht, und eine dunkle Gestalt, die die dunkle Jahreshälfte verkörpert.

In der christlichen Mythologie ist es als Lichtgestalt Jesus Christus, dessen Geburtstag am 24. Dezember gefeiert wird. Und sein dunkles Alter Ego ist Johannes der Täufer, dessen Geburtstag am 24. Juni liegt, ein mürrischer und unfreundlicher Einsiedler.

Mit der Sommersonnenwende feiern wir den Sieg des Lichts über die Dunkelheit – den hellsten Tag um Jahr. Gleichzeitig bereiten wir uns auf die dunkle Jahreshälfte vor.

Mittsommer: Rituale, Freudenfeuer, Kräuter

Mittsommer: in allen alten Traditionen und Bräuchen steht die Kraft des Feuers im Mittelpunkt: Feuerräder und Johannis-Feuern. Ein Sprung über das Feuer bringt Glück und reinigt von schlechten Energien. Aus diesen Feuern nahmen die Menschen ein Feuerscheit, Kohle oder die Asche mit nach Hause, denn sie galten als Schutz vor allem Übel und als Segen für das häusliche Feuer.

Viele Kräuter entfalten um Johanni ihre größte Heilwirkung und werden deshalb gern gesammelt: Johanniskraut, Beifuss, Eisenkraut und Rittersporn.

hier habe ich eine Brennesselsuppe gekocht: Rezept und Bilder folgen LINK folgt

Der Sommer ist auch die Zeit in der sich die Unterirdischen den Menschen zeigen, die sonst dem menschlichen Auge verborgen bleiben: Huldren, Heinzelmännlein, Wald- und Buschmännlein. 

Juni steht unter den weißen Göttinnen: Die weiße Frau schenkt Glück, Liebe und Zufriedenheit. Auch die römische Göttin Venus ist eine weiße Göttin, die den Menschen Lust und Liebe in allen Formen den Menschen zum Geschenk macht. Trotz ihrer Jungfräulichkeit ist Verena die Schutzherrin der Dirnen.

Mittsommer: Zeit der Selbstliebe

Der Mittsommer steht im Zeichen der Selbstliebe. Deshalb lade ich dich ein, den Juni ganz bewusst im Zeichen der Selbstliebe zu gestalten. Hier ein paar Anregungen.

Wenn du morgens aufstehst schenke dir eine Geste der Selbstliebe: umarme dich vor dem Spiegel im Bad oder noch im Bett beim Aufwachen. Sei aufmerksam für alles, was dich beschäftigt und dir in deinen Gedanken herumgeht und angenehme oder unangenehme Gefühle verursacht. Alle Gefühle haben ihren Grund.

  • Übe dich in Mitgefühl, wenn du etwas Trauriges oder Unangenehmes erlebt hast!
  • Schenke dir Wertschätzung für alles, was du gut machst!
  • Sei dankbar für deinen Mut, jeden Tag dem Leben mit seinen Herausforderungen entgegenzutreten.
  • Spüre tagsüber immer wieder in dich hinein, wie es dir gerade geht und was du gerade brauchst, um dich glücklich, zufrieden, gelassen und entspannt zu fühlen.

Eine Hilfestellung hierfür können deine Gefühle und Bedürfnisse sein.LINK

Wenn es etwas Konkretes gibt, das du tun kannst, dann tue es bewusst, mit Freude und Genuß. Wenn das aus zeitlichen Gründen nicht sofort möglich ist, dann schließe mit dir einen Kompromiss. Aber unterdrücke deine Gefühle und Wünsche nicht.

Der Juni steht im Zeichen der Selbstliebe und Selbstfürsorge! Nimm deine Gefühle und Bedürfnisse wahr! Nimm sie ernst! Und gestehe dir selbst zu, dass du ein Mensch bist, der Bedürfnisse hat und der es wert ist, dass sich diese Bedürfnisse erfüllen.

Übrigens: Bedürfnisse stehen nicht unserem inneren Wachstum entgegen. Oft zeigen uns unsere Bedürfnisse, wohin sich unser Wachstum entfalten will.

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